Apotheken-Depesche 5/2010
Typ-2-Diabetes und Gefäße
Im Alter bringt Strenge nichts mehr
Randomisiert wurden 1791 US-Kriegsveteranen, deren Typ-2-Diabetes unzureichend eingestellt war, entweder bei laxer Therapie belassen (HbA1c-Maximalwert 9%) oder streng eingestellt (angestrebte HbA1c-Reduktion um 1,5 Prozentpunkte; orale Antidiabetika und bei Bedarf zusätzlich Insulin). Andere kardiovaskuläre Risikofaktoren wurden in beiden Gruppen gleichartig therapiert.
Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 5,6 Jahren betrugen die HbA1c-Werte 8,4% versus 6,9%. Das primäre Beurteilungskriterium (schwerere kardiovaskuläre Ereignisse) wurde in beiden Gruppen ähnlich oft registriert (264 bzw. 235 Patienten). Auch bei der Gesamtmortalität sowie bei den mikrovaskulären Komplikationen gab es keinen signifikanten Unterschied. Hypoglykämien kamen in der Intensiv-Guppe in 21,1% der Fälle, in der Vergleichsgruppe in 17,6% vor.
Es könnte sein, dass ein Nutzen bezüglich KHK etc. nach noch längerer Beobachtung manifest geworden wäre. Das spielt im fortgeschrittenen Alter aber eine immer geringere Rolle. Für die kardiovaskuläre Prognose solcher Patienten dürfte die Beeinflussung klassischer Gefäßrisikofaktoren (wie z. B. Hypertonie oder Dyslipidämie) von ausschlaggebender Bedeutung sein. WE
Quelle:Duckworth W: Glucose control and vascular complications in veterans with type 2 diabetes., Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe: 360 (2009), Seiten: 129-139
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