Praxis-Depesche 5/2010
Blut-Phobie
Mit Hyperventilation in die Ohnmacht
Zwölf Patienten mit Blut-Phobie und 14 furchtlosen Kontrollen wurden kurze Film-Clips (davon einer mit einer blutigen Operation) vorgespielt; bei einem Teil der Vorführungen sollten die Probanden die Beinmuskulatur anspannen. Das Atemmuster wurde plethysmographisch registriert.
Bei den Phobikern nahmen während des blutigen OP-Clips das Atemvolumen, das Atemzugvolumen und die Unregelmäßigkeit der Atmung zu, während die Atemfrequenz unverändert blieb. Muskelanspannung beeinflusste die Atmung relativ wenig. Die Patienten mit stark vertiefter Atmung verspürten Benommenheit und Schwäche besonders deutlich.
Nach diesen Erkenntnisssen dürfte es hilfreich sein, bei Blut-Phobikern verstärkt auf eine irreguläre Atmung zu achten. Allerdings ist es nicht leicht, ihnen eine flache Atmung, die den pCO2 des Blutes anhebt, beizubringen. – Der gutgemeinte Rat für jedermann, in kritischen Situationen tief durchzuatmen, führt möglicherweise zum Gegenteil des gewünschten, beruhigenden Effektes. WE
Quelle:ritz, T: Do blood phobia patients hyperventilate during exposure by breathing faster, deeper, or both?, Zeitschrift: DEPRESSION AND ANXIETY, Ausgabe: 26 (2009), Seiten: E60-E70
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