Praxis-Depesche 6/2010

Alzheimer

Antipsychotika bergen Risiken

Mehrwöchige Studien hatten den Eindruck erweckt, dass eine Antipsychotika-Medikation bei Patienten mit Alzheimer-Demenz die Mortalität erhöht. Daten von Langzeitstudien mit Plazebo-Vergleich fehlten dazu aber.

Zwischen Oktober 2001 und Dezember 2004 wurden 165 Alzheimer-Patienten aus Pflegeheimen in Großbritannien in eine randomisiert-kontrollierte Studie einbezogen. Sie erhielten randomisiert ihre antipsychotische Medikation (Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Trifluoperazin, Risperidon) weiter oder wurden auf ein orales Plazebo umgestellt.

Die Überlebenswahrscheinlichkeit nach zwölf Monaten betrug 70% bei weiterer Medikation und 77% bei Absetzen. Über die gesamte Studienzeit war die Mortalität bei Weitereinnahme der Antipsychotika signifikant reduziert. Die Unterschiede im Sterberisiko zwischen beiden Gruppen waren umso größer, je länger nachbeobachtet wurde.

Die Autoren vertreten die Ansicht, dass Antipsychotika bei Alzheimer-Patienten noch immer eine (begrenzte) Berechtigung haben. Man sollte aber nach Alternativen suchen. Beispielsweise kann psychologische Betreuung durchaus wirksam sein. WE

Quelle:Ballard, C: The dementia antipsychotic withdrawal trial (DART-AD): long-term follow-up of a randomised placebo-controlled trial, Zeitschrift: The Lancet neurology, Ausgabe: 8 (2009), Seiten: 151-157

Quelle:No authors listed: Antipsychotic drugs for dementia: a balancing act, Zeitschrift: The Lancet neurology, Ausgabe: 8 (2009), Seiten: 125

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