Praxis-Depesche 6/2010

Stabile Angina pectoris

Die Herzfrequenz muss runter!

Die Ruhe-Herzfrequenz hat großen Einfluss auf den Sauerstoffbedarf des Myokards. Bei stabiler KHK sollte sie im niedrigen Bereich gehalten werden.

Eine erhöhte Ruhefrequenz steigert das Risiko für kardiovasku­läre und Gesamt-Mortalität. Die Begrenzung der Herzfrequenz (HF) sollte deshalb Bestandteil einer KHK-Medikation sein.

Im Rahmen des European Heart Survey wurde analysiert, im welchem Umfang in Europa die Forderung nach HF-Begrenzung bei KHK umgesetzt wird. 52,3% der Patienten hatten eine Frequenz von mehr als 70/min. Mehr als die Hälfte der Patienten hatte keine chronotrope Medikation verschrieben bekommen. Betablocker waren die am häufigsten verordneten kardiologischen Medikamente. Die Dosen lagen niedriger, als sie nach entsprechenden Studien sein müssten. Eine höhere HF korrelierte mit einer höheren kardiovaskulären Mortalität und mit vermehrten Krankenhausaufnahmen wegen Herzinsuffizienz.

Fachgesellschaften empfehlen, Patienten mit stabiler Angina pectoris auf eine HF von 55 bis 60/min einzustellen. Am häufigs­­ten werden dazu Betablocker genutzt. Alternativ eignen sich herzfrequenzsenkende Kalziumantagonisten oder der I-Blocker Ivabradin. WE

Quelle:Daly, CA: Inadequate control of heart rate in patients with stable angina: results from the European heart survey, Zeitschrift: POSTGRADUATE MEDICAL JOURNAL, Ausgabe: 86 (2010), Seiten: 212-217

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