Neuro-Depesche 7/2010
Valproat in der Schwangerschaft
Risiko für kongenitale Fehlbildungen
Grundlage der Studie waren die Auswertungen von acht Kohortenstudien (118 Fehlbildungen bei 1565 Schwangerschaften mit Valproat-Einnahme) und die Daten des Registers European Surveillance of Congenital Anomalies (EUROCAT) mit 98 075 Fehlbildungsfällen unter 3,8 Millionen Geburten (1995–2005). Nach Identifikation der 14 häufigsten kongenitalen Fehlbildungen wurde deren Relation zu einer Valproat-Monotherapie im ersten Trimester untersucht.
Die Auswertung ergab gegenüber keiner Antiepileptika-Einnahme für sechs der 14 Fehlbildungen eine signifikante Gefährdung. So war das Risiko für eine Spina bifida knapp 13-fach erhöht (Odds Ratio: 12,7) und das für einen Atriumseptum-Defekt um das Zweieinhalbfache (OR: 2,5). Die Odds Ratio für Gaumenspalten und Hypospadien lag bei 4,8, für Polydaktylie wurde eine OR von 2,2 und für Kraniosynostose eine OR von 6,8 festgestellt. Ganz ähnliche Wahrscheinlichkeiten wurden beim Vergleich der Valproat-Monotherapie mit der Behandlung mit anderen Antiepileptika gefunden.
Die Autoren betonen jedoch ausdrücklich, dass trotz des hohen relativen Risikos für verschiedene kongenitale Fehlbildungen unter Einnahme von Valproat im ersten Trimester die absoluten Raten niedrig sind. GS
Quelle:Jentink, J: Valproic acid monotherapy in pregnancy and major congenital malformations, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe: 362 (2010), Seiten: 2185-2193
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