Praxis-Depesche 7/2010

Primärer Hyperaldosteronismus

Kalziumatangonisten verzögerten die Diagnose

Einer Hypertonie liegt in einem beträchtlichen Prozentsatz ein primärer Hyper­-aldosteronismus zugrunde. Dann ist sie schwer mit Antihypertensiva unter Kontrolle zu halten; dabei gäbe es eine kausale Therapie.

In der Diagnostik des primären Hyperaldosteronismus steht die Bestimmung des Quotienten aus Aldosteron zu Renin an ers­ter Stelle. Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ steigern die Produktion von Renin und senken die von Al­- dosteron, sodass falsch-normale Werte herauskommen können.

Australische Autoren beschreiben drei solche Fälle. Bei allen war anfangs eine Hypokaliämie aufgefallen (einmal nur gering). Zwei nahmen Amlodipin, einer Felodipin. Der Verdacht auf Hyperaldosteronismus wurde zunächst verworfen, weil die Aldosteron-Renin-Ratio normal war. Erst nach Absetzen der Kalziumblocker (ersetzt durch Prazosin) wurde das Verhältnis pathologisch. Bei zwei der Patienten wurde schließlich adrenalektomiert.

Es gibt auch Fälle von primärem Hyper­aldosteronismus ohne Hyperkaliämie. Man muss an diese Diagnose denken und ggf. nach Absetzen störender Medikamente gezielt danach suchen. WE

Quelle:Grasko, JM: Delayed diagnosis of primary hyperaldosteronism., Zeitschrift: BRITISH MEDICAL JOURNAL, Ausgabe: 340 (2010), Seiten: 1358-1360

Link zur Originalarbeit