Praxis-Depesche 7/2010
Diabetes
Überraschende Zusammenhänge
Bei einer jungen Frau war in 1997 eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert worden, die man mit Penicillamin und Prednisolon behandelte. Im Oktober 1999 hatte sich ein Diabetes eingestellt. Man dachte an Steroid-Diabetes, aber er blieb nach Absetzen des Steroids. In 2002 wurde, nachdem verschiedene Basistherapeutika versagt hatten, ein Anti-TNFα-Antikörper verschrieben; damit besserte sich das Rheuma deutlich und überraschenderweise ging auch der Insulinbedarf zurück.
Spätere Untersuchungen ergaben, dass es sich um eine langsam progrediente Form eines autoimmunen (Typ-1-) Diabetes handelte, auch LADA (latent autoimmune diabetes in adults) genannt. Man stellte verschiedene Autoantikörper (gegen CCP, GAD und Inselzellen) sowie pro- und antiinflammatorische Zytokine fest. Inzwischen kommt die Patientin mit wenig Insulin aus.
Die Koinzidenz von rheumatoider Arthritis und Typ-1-Diabetes wurde schon beschrieben. Autoimmuner Diabetes und rheumatoide Arthritis kommen vor allem bei Patienten mit Anti-CCP-Antikörpern vor. Den günstigen Einfluss der Anti-TNFα Therapie auf den Diabetes erklären die Autoren damit, dass damit IL-10-sezernierende T-Zellen stimuliert wurden; dieses antiinflammatorische Zytokin könnte die Entzündung der Pankreas-Inseln gedämpft haben. WE
Quelle:Arif, S: Anti-TNFalpha therapy--killing two birds with one stone?, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe: 375 (2010), Seiten: 2278
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