Gyn-Depesche 4/2010

Digitale Mammographie

Was bedeuten Kalzifikationen?

Die digitale Form der Mammographie setzt sich nur langsam durch. Zur Relevanz der Befunde gibt es immer noch kontroverse Diskussionen.

Vielfach wird angenommen, dass sich Kalzifikationen von diagnostischer Relevanz mit der herkömmlichen Film-Mammographie am besten darstellen lassen; bei Verkalkungen in der digitalen Aufnahmetechnik handle es sich oft um duktale Carcinomata in situ (DCIS), die sich nie klinisch manifestiert hätten.

Radiologen aus Münster analysierten die Relevanz von Kalzifikationen in digitalen Mammographien durch Vergleich mit den pathologischen Charakteristika. Bei 24067 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren waren in 241 Fällen Mammakarzinome diagnostiziert worden.

Von allen Krebsfällen zeigten 32% Kalzifikationen als einziges Verdachtsmerkmal. Von den Kreb­sen, die anhand von Kalzifikationen entdeckt wurden, waren 38% invasiv, 62% waren DCIS. Von allen invasiven Krebsen wurden 16,3% beim Screening nur anhand der Verkalkung gefunden. Die anhand der Verkalkung entdeckten Malignome sind im Schnitt kleiner als solche, die anhand anderer Kriterien erkannt wurden. – Der Nutzen der digitalen Technik kann nach diesen Ergebnissen nicht bezweifelt werden. WE

Quelle:Weigel, S: Calcifications in digital mammographic screening: improvement of early detection of invasive breast cancers?, Zeitschrift: RADIOLOGY, Ausgabe: 255 (2010), Seiten: 738-745

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