Neuro-Depesche 9/2010

MMRV-Vierfachimpfstoff

Doppeltes Risiko für Fieberkrämpfe

US-Wissenschaftler berichten, dass eine kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-Impfung (MMRV) bei Kindern im zweiten Lebensjahr mit einem deutlich erhöhten Risiko für Fieberkrämpfe einhergeht.

Die Datengrundlage bildete das ­Vaccine Safety Datalink-Register, das auf Krampfanfälle und Fieber-bedingte Arztbesuche von Kindern im Alter von 12 bis 23 Monaten ausgewertet wurde. Verglichen werden konnten 83 107 Kinder nach einer MMRV-Impfung mit 376 354 Kindern nach MMR-Vakzine plus einer separaten Varizellen-Impfung.

Krämpfe und Fieber zeigten 7–10 Tage nach der Impfung eine signifikante Häufung nach allen Impfungen, die die Masern-Vakzine enthielten, nicht aber nach den Varizellen-Impfungen allein. Das Krampfrisiko im Zeitfenster von 7–10 Tagen nach der MMRV-Impfung erwies sich gegenüber der MMR- plus Varizellen-Impfung als um fast das Doppelte erhöht (Relatives Risiko: 1,98; 95%-KI: 1,43–2,73). Das entsprechende Exzessrisiko für Fieberkrämpfe betrug 4,3 Fälle pro 10 000 Impfdosen (95%-KI: 2,6-5,6). Die Daten bestätigen also bereits 2008 ausgesprochene Warnhinweise jetzt an einer doppelt so hohen Personenzahl.

Den Autoren zufolge sollten Eltern darüber informiert werden, dass die Erstdosis einer Impfung mit MMRV bei 12 bis 23 Monate alten Kindern – verglichen mit der separaten MMR- und Varizellen-Impfung, die das Fieberkrampfrisiko selbst schon erhöht – mit einem zusätzlichen Fieberkrampf pro 2300 Impfungen einhergeht. Die für Impfempfehlungen zuständige Centers of Disease Control (DCD) empfehlen inzwischen, der MMR-Vakzine und einer separaten Varizellen-Impfung den Vorzug zu geben. JL

Quelle:Klein, NP: Measles-mumps-rubella-varicella combination vaccine and the risk of febrile seizures, Zeitschrift: PEDIATRICS, Ausgabe: 126 (2010), Seiten: e1-8. Epub 2010 Jun 29

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