Apotheken-Depesche 9/2010
Vitamine & Mineralstoffe
B-Vitamine bei diabetischer Nephropathie
Nachdem entdeckt worden war, dass hohe Homocystein-Spiegel u. a. mit dem Risiko für eine diabetische Nephropathie korrelieren, lag der Gedanke nahe, mit Hilfe von B-Vitaminen das Homocystein zu senken.
238 Patienten mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes und diabetischer Nephropathie erhielten B-Vitamine (2,5 mg/d Folsäure, 25 mg B6, 1 mg/d B12) oder Plazebo. Nach 36 Monaten war unter Verum die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) um im Schnitt 15,5 ml/min/1,73 m2 zurückgegangen, unter Plazebo um 10,7 (Unterschied signifikant). In der Interventionsgruppe wurden mehr Herzinfarkte und Apoplexien verzeichnet als in der Kontrollgruppe. Das Homocystein war unter den Vitaminen zurückgegangen, unter Plazebo gestiegen.
Nun spekuliert man über die Gründe für das enttäuschende Ergebnis. Es könnte sein, dass die Homocystein-Senkung zwar gefäß- und nierenschützend ist, dass die hochdosierten Vitamine aber irgendwie toxisch wirken. WE
Quelle:House, AA: Effect of B-vitamin therapy on progression of diabetic nephropathy: a randomized controlled trial, Zeitschrift: JAMA : THE JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION, Ausgabe: 303 (2010), Seiten: 1603-1609
Link zur OriginalarbeitAlle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.
