Gyn-Depesche 5/2010

Urologie

Eine Injektion mit Folgen

Eine 38-jährige Frau klagte über Stress­inkontinenz nach ihrer zweiten Entbindung. Nach Urethra-Umspritzung mit einem Co-Polymer-Präparat (ZuidexTM) besserten sich die Symptome vorübergehend. Nach 18 Monaten fiel in der Klinik eine empfindliche Vorwölbung auf. Man fand zwei winzige Löcher an der vorderen Vaginalwand. MRI zeigte zwei zys­­tische Strukturen dorsal an der Urethra.

Man entfernte chirurgisch die Abszess­wand und das restliche Co-Polymer und exzidierte die Fisteln. Wegen Miktionsproblemen wurde die Frau mit einem suprapubischen Katheter nach Hause entlassen. Er konnte später entfernt werden; gelegentlich musste die Frau noch die Selbst-Katheterisierung einsetzen. – Auch wenn das Präparat für diese Indikation nicht mehr vermarktet wird, sollte man nach einer früheren Behandlung dieser Art auf Komplikationen gefasst sein. WE

Quelle:Hilton, P: Urethrovaginal fistula associated with 'sterile abscess' formation following periurethral injection of dextranomer/hyaluronic acid co-polymer (Zuidex) for the treatment of stress urinary incontinence -a case report., Zeitschrift: BJOG: British journal of obstetrics and gynaecology, Ausgabe: 116 (2009), Seiten: 1527-1530

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