Gyn-Depesche 5/2010

Zervixkarzinom und Sex

Die Schlingenexzision hinterlässt Spuren

Mittels elektrischer Schlingenexzision (loop electrosurgical excision procedure, LEEP) kann man Zervix-Dysplasien diagnostizieren und behandeln. Es gibt allerdings Befürchtungen, dass der Eingriff die Sexual­funktionen beeinträchtigt.

Auch an der Gynäkologischen Univ.-Klinik von Chiang Mai, Thailand, wurde die kalte Konisation inzwischen durch die LEEP ersetzt. Um zu klären, ob das Sexualleben unter dem Eingriff leidet, wurden 89 prämenopausale Frauen, die sich vor mindestens drei Monaten wegen Zervix-Dysplasie einer LEEP unterzogen hatten, über ihr Sexualleben vor und nach dem Eingriff interviewt. Häufigkeit von Sex, Dysmenorrhöen und Dyspareunie sowie postkoitaler Blutungen hatten sich nicht signifikant verändert. Hingegen wurden Befriedigung beim Sex insgesamt, Qualität des Orgasmus und Elastizität der Vagina als signifikant verschlechtert angegeben. Es bestand auch ein Trend zu schwächerer Lubrikation.

Die Autoren finden es schwierig, zwischen physischen und psychischen Folgen der LOOP und der damit in Zusammenhang stehenden Prozeduren beim Gynäkologen zu unterscheiden. Bei einem Teil der Frauen scheint sich nach einem solchen Eingriff Angst vor dem Geschlechtsverkehr zu entwickeln aufgrund der Befürchtung, sich erneut mit HPV, dem Auslöser des Problems, zu infizieren. Über diesen Faktor der Zervixkarzinom-Ätiologie sollten die Frauen im Rahmen einer solchen Behandlung umfassend aufgeklärt werden. WE

Quelle:Inna, N: Sexual function after loop electrosurgical excision procedure for cervical dysplasia, Zeitschrift: The journal of sexual medicine, Ausgabe: 7 (2010), Seiten: 1291-1297

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