Die Alkoholabhängigkeit nach DSM-IV-Kriterien der 58 Männer und 31 Frauen bestand seit durchschnittlich 13,6 Jahren. Alle unterzogen sich einem intensiven Zweiphasen-Programm, das nach der Detoxifizierung eine dreimonatige Motivationsphase mit häufigen Kontakten und Gruppen- bzw. Einzeltherapiesitzungen umfasste sowie eine achtmonatige Rehabilitationsphase mit behavioralen und analytischen Elementen. Primärparameter der Studie waren die Raten anhaltender Abstinenz, wie sie Atemtests und die persönlichen Interviews (einschl. der Skala European Addiction Severity Index, EuropASI) vor und nach der einjährigen Behandlung sowie zum Follow-up-Zeitpunkt nach 24 Monaten ergaben.
Die Retentionsrate war mit 67 Patienten (83,7%), die bei der Zweijahresuntersuchung befragt werden konnten, sehr hoch. 58,2% waren nach wie vor abstinent, 79,1% waren abstinent oder hatten sich in ihrem Trinkverhalten in Bezug auf Menge, Häufigkeit und Konsequenzen immerhin gebessert. Wurden alle dem Follow-up nicht mehr zur Verfügung stehenden Teilnehmer als Rückfälle betrachtet, betrug die so ermittelte minimale Abstinenzrate immerhin 43,8%. Insgesamt 59,6% waren danach abstinent oder gebessert.
Zwischen den zum Zweijahreszeitpunkt Abstinenten und Nicht-Abstinenten ergab sich eine Reihe von Unterschieden: Dies betraf neben der – nicht signigikant prädiktiven – Häufigkeit von Suizidversuchen (7,7% vs. 25%) die geringere Anzahl vorangegangener Entzüge (2,5 vs. 4,7; Odds Ratio: 0,7; p < 0,05). Auch männliches Geschlecht (Abstinenzrate: 66.6 vs. 33,3%; OR: 0,2) und eine geringere Anzahl bisheriger Therapien aufgrund psychiatrischer Erkrankungen (0,6 vs. 2,3%; OR: 0,2) prädizierten ein positives Langzeitergebnis mit Signifikanz (jeweils p < 0,05). Die Schwere von Craving, Depressivität und Angst wirkte sich auf die Erfolgsraten dagegen nicht signifikant aus. JL