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Was bringen Screening und Substitution?

Es gilt als gesichert, dass die Kinder von Frauen mit niedrigen Schilddrüsenhormon-Werten über verminderte kognitive Fähigkeiten verfügen. Umstritten ist aber, ob man dagegen etwas Sinnvolles tun kann.

Hohe TSH-Spie­gel der Mutter (Indikatoren eines T4-Mangels) wurden mit beeinträchtigter kognitiver Entwicklung beim Nachwuchs assoziiert. Da müsste es sich lohnen, bei Schwangeren auf Hormonmangel zu screenen und diesen ggf. auszugleichen. Diesen Aspekt untersuchte man bei Schwangeren aus England und Italien.

Bei 21 846 Frauen entnahm man Blutproben etwa in der zwölften SSW. In der Interventionsgruppe gab es 390-mal ein positives Ergebnis (TSH erhöht oder fT4 erniedrigt oder beides). In diesen Fällen begann man in der 13. SSW mit T4-Substitution (150 µg/d). Der IQ der Kinder mit drei Jahren war in der Interventions- bzw. Kontrollgruppe nicht signifikant unterschiedlich (99,2 bzw. 100,0 Punkte). Der erhoffte Effekt von Screening und Substitution trat also nicht ein.

Die Autoren weisen darauf hin, dass ihr Ergebnis den geltenden Richtlinien entspricht, die ein pränatales Schilddrüsen­screening nicht empfehlen. Es könnte allerdings sein, dass eine frühere Substitution doch etwas für die kognitive Entwicklung des Nachwuchses bringen könnte. Das sollten weitere Studien klären. WE

Quelle:Lazarus JH et al.: Antenatal thyroid screening and childhood cognitive function, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe: 366 (2012), Seiten: 493-501