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Aktuell in der Praxis-Depesche

Dyslipidämien

Am richtigen Hebel ansetzen

Die aktuellen Erkenntnisse zum Cholesterinstoffwechsel machen deutlich, wie wichtig es ist, mit der medikamentösen Therapie an den endogenen Ursachen erhöhter LDL-Werte anzusetzen.

Mit den Statinen stehen heute potente Cholesterinsenker zur Verfügung; eine solche Medikation ist zum Standard bei Dyslipidämien geworden. Dennoch gibt es nach wie vor Patienten mit ungüns­tigen Lipid-Profilen. Wie eine Studie von A. K. Gitt, Heidelberg, et al. (DYSIS = Dyslipidemia International Study) zeigte, werden die angestrebten Zielwerte sehr oft nicht erreicht. Das gilt vor allem für Patienten, die sich wenig körperlich bewegen. Diese haben häufig auch kardiovaskuläre Risikofaktoren wie familiäre KHK-Belastung, Adipositas, Rauchen, Hypertonie, Diabetes, metabolisches Syndrom, Herzinsuffizienz, zerebrovaskuläre Komplikationen und periphere Verschlusskrankheit. Sitzende Lebensweise korrelierte signifikant mit dem Befund „LDL-Zielwert nicht erreicht“. Dringend nötig wären Motivierung zur Bewegung und umfassende Maßnahmen gegen die Dyslipidämien.

Die Hypercholesterinämie speist sich – entgegen landläufiger Annahme – nur zum geringen Teil aus Cholesterin, das mit der Nahrung aufgenommen wird, so A. Schuchert, Neumünster. Der größte Teil stammt aus der endogenen Synthese in Leber und anderen Körperzellen. Für die Blutwerte spielt der enterohepatische Kreislauf eine entscheidende Rolle: Im Darm werden Gallensäuren und Cholesterin in gro­ßem Umfang rückresorbiert.

Hier setzt der Resorptionshemmer Ezetimib an. Wenn man ihn mit einem Statin wie Simvastatin kombiniert, kann man eine besonders ausgeprägte zusätzliche Reduktion der LDL-Cholesterin-Werte erreichen. WE

Symposium „Was kommt nach der LDL-Senkung bei Hochrisiko-Patienten – LDL-Senkung?“, 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Mannheim, 8.4.2010, Veranstalter: MSD / Essex

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