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Die Dyspepsie-Diagnose in zehn Minuten stellen

Wie gehen Sie vor, wenn zu Ihnen eine 35-jährige Frau kommt, die seit drei Monaten ein Brennen im Epigastrium verspürt, das nachts schlimmer wird und nicht belastungsabhängig ist?

Solche Beschwerden sind typisch für eine Dyspepsie. Man muss für eine Therapieentscheidung nicht detailiert zwischen epigastrischem Schmerz, Sodbrennen und Säurereflux unterscheiden. Jedoch ist bei atypischen Symptomen oder Zunahme der Beschwerden weitere Diagnostik nötig, um z. B. Angina pectoris, Gallenkoliken oder Pankreatitis auszu- schließen. Warnzeichen sind: Hinweise auf gastrointestinale Blutung, Gewichtsverlust, wiederholtes Erbrechen, Schluckbeschwerden, abdominelle Resistenz. Die Anamnese muss sorgfältig erhoben werden, um einschlägige Ereignisse oder Befunde in der Vergangenheit zu erfassen.

Wurde die Arbeitsdiagnose Dyspepsie gestellt, sollte man den Patienten auf die Harmlosigkeit dieser Störung hinweisen.
Man empfehle einen gesunden Lebensstil, u. a. Rauchverzicht, Gewichtsnorma- lisierung, wenig Alkohol und Kaffee und regelmäßige Bewegung. Sinnvolle Therapiemaßnahmen sind Helicobacter-Eradikation nach Testung oder vier Wochen Gabe eines Protonenpumpenhemmers in voller Dosierung. Wenn das eine nicht wirkt, probiere man das andere.

Zum Facharzt zur Endoskopie überweisen sollte man den Patienten, wenn eine der „red flags“ entdeckt wurde, wenn bei einem Patienten über 55 die Beschwerden trotz obiger Therapie persistieren und wenn die Dyspepsie-Diagnose bei einem jüngeren Patienten zweifelhaft ist. WE

Quelle:Cooke PA et al.: Dyspepsia, Zeitschrift: BRITISH MEDICAL JOURNAL, Ausgabe: 343 (2011), Seiten: 845-846